Alke Raven
Twilight – der Anfang
Die Entstehungsgeschichte von diesem Buch ist wie sein Inhalt zu einer Legende geworden: Einer 29-jährigen Mormonin, die mit ihrem Mann und ihren drei kleinen Söhnen in Phoenix, Arizona lebt, widerfährt in einer Sommernacht im Jahre 2003 ein romantisch-obskurer Traum: Auf einer Waldwiese unterhalten sich zwei Teenager, ein Mädchen und ein – im wahrsten Sinne des Wortes – unheimlich gut aussehender junger Mann. Seine Haut glitzert in der Sonne, es ist kein normaler Junge, es ist ein Vampir. Die Träumende fühlt, dass er den Drang verspürt, das Mädchen zu töten, aber dass er sie zugleich intensiv liebt und ihr nicht schaden möchte. Dann erwacht die zukünftige Weltbestseller-Autorin, setzt sich an ihren Computer und schreibt den Traum auf. In den Nächten der kommenden drei Monate baut sie einen Roman um ihn herum – Twilight.
Twilight – der Erfolg
Das Buch wurde mit einem Vertrag für eine Trilogie herausgegeben, inzwischen ist die Vampir-Saga zu einer Tetralogie herangewachsen, begleitet von Nebenwerken. Sie wurde in rund vierzig Sprachen übersetzt, die deutschen Titel der vier Hauptbände lauten: „Bis(s) zum Morgengrauen“, „Bis(s) zur Mittagsstunde“, „Bis(s) zum Abendrot“ und „Bis(s) zum Ende der Nacht“. Die einzelnen Geschichten gibt es nicht nur als Buch, sondern auch als Hörbuch oder Comic. Ein großer internationaler Erfolg war die US-amerikanische Kinoversion des ersten Teils von 2008 mit Kristen Stewart und Robert Pattinson in den Hauptrollen.
Twilight – das Geheimnis
Das Buch gilt als Jugendbuch, doch dürften die Leser, überwiegend weiblich, in allen Altersklassen zu finden sein. Die Schöpferin Stephenie Meyer, die als Stipendiatin englische Literatur studiert hatte, stilisierte mit dem phantastischen Paar Bella und Edward gleich mehrere Klischees einer heterogenen Liebesbeziehung: Hingabe, Schutzbedürftigkeit, aber auch Mut und innere Stärke beim weiblichen Teil, Begehren, Heldentum, aber auch Ängste und innere Zerrissenheit beim männlichen. Meyer selbst sagte sinngemäß über das Buch, sie biete darin ihren Lesern viel Raum zur Identifikation. Diesen literarisch-psychologischen Service kombinierte sie, erzähltechnisch schlicht aus Bellas Perspektive heraus, mit musikalischer Sprache und ausbalancierten Spannungsbögen – und sie erschuf einen modernen, ungewöhnlichen Vampir-Typus. Verbunden mit geschicktem Marketing wurde Twilight auf diese Weise nicht unverdient weltweit zu einem Kultbuch.
[...] ist der erste Roman einer vierteiligen Serie, die im englischen Original unter dem Titel „The Twilight Series“ bekannt ist. Der amerikanischen Autorin Stephenie Meyer gelang mit der Vampirsaga ein großer [...]