Viele Dinge verbindet ein Literaturfreund mit dem Namen “Simone de Beauvoir”. Sie hat nicht nur als Frau von jean-Paul Sartre Bekanntheit erlangt, sondern hat sich als Schriftstellerin einen Namen gemacht. Bekannte Werke von ihr sind “Die Mandarins von Paris”, “Das Blut der Anderen” und “Das andere Geschlecht”
Beauvoir hat sich auf keine Gattung festgelegt. Sie veröffentlichte Romane, Essays, Erzählungen und natürlich Memoiren. Mit Sartre gehört sie zu den wichtigsten Vertreter des Existenzialismus. Damit verbunden ist ein neues Verständnis des Todes. Beauvoir steht in dieser Thematik zwischen der Philosophie Heideggers und Sartres und zeigt ihr Todesverständnis vor allem am Werk “Tous les hommes sont mortels”.
Der Roman mit dem detuschen Titel “Alle Menschen sind sterblich” wurde kurz nach Kriegsende, im Jahr 1946, veröffentlicht. Er handelt von der Begegnung zwischen der Schauspielerin Regine und Raimondo Fosca in den 192er Jahren in Paris. Fosca wird zuerst als lethargischer Zeitgenosse beschrieben, den Regine aus seiner Apathie erweckt. Nun erzählt Fosca Regine seine Lebensgeschichte, die im Jahr 1279 beginnt. Denn Raymond Fosca ist unsterblich!
Vieles hat der Unsterbliche erlebt. Kriege, Machtkämpfe, Frauen, Affären, Aufstände, Freundschaften – Fosca erlebt immer wieder das gleiche, bloß in unterschiedlicher Variation. Als Berater des Kaiserreichs Karl V, als Entdecker in der amerikanischen Wildnis, als Kaufmann in Paris – die Vorgänge wiederholen sich. Am Ende ist Fosca wieder alleine und seine Begleiter zerbrechen an seiner Unsterblichkeit und ihrer eigenen Vergänglichkeit.
Das ist auch der Fall bei Regine. Die exaltierte Schauspielerin verzweifelt an ihrer eigenen Sterblichkeit, dass sie Fosca in seinem Unglück nicht verstehen kann. Er hat in ihren Augen die ewige Jugend, nach der Regine strebt. Sie übersieht jedoch, wie einsam und unglücklich Fosca ist. Er empfindet seine Unsterblichkeit als Fluch und nicht als Segen.
Beauvoir zeigt damit ein Todesverständnis, das Heidegger sehr ähnelt. Das Leben wird nur durch die Existenz des Todes einzigartig. Ohne Tod verliert das Leben die Einzigartigkeit, ja seinen Wert und wird dadurch zu einem Fluch!
Alles in allem ist “Alle Menschen sind sterblich” ein Roman, der zum Nachdenken anregt, jedoch dabei immer noch sehr spannend und wortgewandt geschrieben ist! Deshalb ist Beauvoirs “Tous les hommes sont mortels” absolut empfehlenswert!